Weitergabe von Informationen

„Kommunikation ist immer ein Resonanzphänomen und nicht ein Senden und Empfangen von Informationen.“ ― Prof. Dr. Peter Kruse(Allgemein- und Organisationspsychologe)

 

 In der heutigen Zeit, die als „Informations-Zeitalter“ das „Industrie-Zeitalter“ abgelöst hat, ist die Weitergabe von Informationen umso wichtiger.

Bisher, und auch heute noch, glauben viele Menschen, dass das einfache Senden von Informationen ausreichend ist, um die Informationen auch tatsächlich und in Gänze zu übertragen. Und trotz einer hohen Anzahl von Missverständnissen behalten sie die gleichen Strategien bei.

 

Nun kann das einfache Senden von Informationen tatsächlich auch ausreichen, insofern es sich um gut vorbereitete und einfache Informationen handelt. Z.B. die Bekanntgabe eines Termins von einem langfristig vorbereiteten Event oder die Bestätigung eines bereits besprochenen Treffens.

Darüber hinaus spielt es noch eine Rolle, ob die Information persönlich, per Telefon oder rein schriftlich übermittelt wird, denn hier kommen die Wirkungsfaktoren der Kommunikation dazu, auf welche ich in einem anderen Artikel eingehen werde.

 

Sind die zu übertragenden Informationen allerdings komplexer, so reicht das einfache Senden der Information keinesfalls mehr aus. Denn nun kommen wieder die individuellen Vorgeschichten einer jeden Person, also Prägung, Erfahrungen und Vorstellungen, zum Tragen.

Ein Beispiel: Nehmen wir das Wort „Blüte“. Im Moment des Hörens hat jeder Mensch ein Bild von einer Blüte im Kopf. Allerdings gibt es unzählige Arten von Blüten und die Wahrscheinlichkeit, dass alle Empfänger der Information „Blüte“ das gleiche Bild, also dieselbe Blütenart, hat, geht gegen Null.

 

Bei diesem Beispiel bleibend, könnte also jemand eine umfassende Information zum Thema Blüten senden und dabei Rosenblüten meinen. Die Empfänger der Information denken aber vielleicht an Kirschblüten, Tulpen oder Gänseblümchen und werten die Information entsprechend anders und ggf. falsch.

Und wenn das beim Thema „Blüten“ schon schiefgehen kann, stellt euch bitte mal vor, es geht um Variablen bei Prozessabläufe oder Regelungen von Verhaltensweisen am Arbeitsplatz.

Wie Prof. Dr. Kruse sagt, ist Kommunikation immer ein Resonanzphänomen. Das bedeutet, dass eine Information bei jedem Menschen anders ankommt, weil jede Wahrnehmung eines Menschen aufgrund dessen Prägung, Erfahrung und Vorstellung ein Muster in diesem Menschen auslöst. Weiterführend sollte klar sein, dass der Sender einer Information keinesfalls das ausgelöste Muster definieren kann. Die Definition des Musters erfolgt schließlich über die Prägung, Erfahrung und Vorstellung des Empfängers. Und je nach ausgelöstem Muster erfolgt eine individuelle Reaktion.

 

Somit stellt sich die Frage, wie diesen Herausforderungen im alltäglichen Informationsaustausch am besten begegnet werden kann. Und wieder einmal ist die Antwort einfach und aufwändig zugleich: Kommunikation!

Die inhaltlich sichere Weitergabe von Informationen, also das die Inhalte der Information des Senders auch bei allen Empfängern gleich und korrekt ankommt, bedarf Diskurs und Konsens. Im Diskurs gibt der Sender die Informationen preis und gleicht die korrekte Übertragung der Information mittels Feedbacks der Empfänger ab. Abschließend wird im Konsens sichergestellt, dass alle dasselbe aus den Informationen entnommen und verstanden haben und ggf. noch, welche nächsten Schritte folgen.

 

Ja, es ist aufwändig. Doch der Erfolg wird den Aufwand rechtfertigen.

Bis dahin, habt Spaß beim Kommunizieren!